Die beiden Stiere und der Frosch


Die beiden Stiere und der Frosch
© M. Großmann / PIXELIO

Zwei Stiere stritten einst um eine junge Kuh
Und auch der Oberherrschaft wegen.
Ein armes Fröschlein seufzt' dazu.
»Was geht's dich an?« - hat der Kollegen
Ihn einer fragend angequakt.
»Siehst du« - sprach jener drauf behende —
»Denn nicht des leid'gen Streites Ende?
Der eine muß hier fort. Vom anderen verjagt,
Beraubt der Herrschaft und des Eigentums an diesen
Ob ihrer fetten Weid ihm werten blühnden Wiesen,
Wird er nach unsrem Schilf sein Reich verlegen und
Jagt dann mit plumpem Tritt uns in des Wassers Grund,
Erst den, dann den! Der Streit, der zwischen jenen beiden
Um die Frau Kuh entbrannt — wir müssen drunter leiden!«
Er hatte recht: der eine Stier
Barg sich in ihres Schilfes Grunde,
Zu ihrem Leid; das plumpe Tier
Zertrat an zwanzig jede Stunde.
Ja, ja! Man sieht es allezeit:
Der Großen Torheit bringt den Kleinen bittres Leid.



Die beiden Stiere und der Frosch
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